Die Tamriel Tagebücher 3 – Peace on earth

Draugrs lassen sich dank Unsichtbarkeit hervorragend in ihrem natürlichen Habitat beobachten.
Draugrs lassen sich dank Unsichtbarkeit hervorragend in ihrem natürlichen Habitat beobachten.

Skyrim spiele ich ja nun schon seit Exiwgkeiten. Beim zweiten Mal entdeckte ich immer noch Dungeons und andere Orte, die ich beim ersten Mal übersehen habe (obwohl ich nicht mal Questlines wie die Companions oder die Dark Brotherhood angefangen hatte). Dieses Mal hatte ich mich zwar entschieden, auf Seiten der Stormcloaks am Bürgerkrieg teilzunehmen, aber so richtig toll fand ich das nicht. Würde ich nächstes Mal wieder weglassen. Sollen die ihren Krieg doch alleine führen.

Aber dafür habe ich endlich herausgefunden, wie man das Spiel größtenteils pazifistisch spielen kann (ein erster Versuch in der Richtung war zwar amüsant aber auf Dauer nicht von Erfolg gekrönt) und das kam so: ich bin dank vieler größerer und kleinerer aggressiver Auseinandersetzungen und fleißigem Questen inzwischen ein Archmage mit Level ääähm… so ungefähr 35. Als ich wieder mal irgendeine alberne Quest in Riften erfolgreich abgeschlossen hatte, überkam mich die Lust am Entdecken und so zog ich auf gut Glück in westlicher Richtung los. Nach ein paar Minuten Rumgeblödel mit einem Gefangenentransport und den Zaubern Beschwichtigen und Panik kam ich an einem Lagerfeuer an, wo mir einer der darum herum sitzenden Tüpen* eine herzzerreißende Story erzählte: seine Familie wurde von den fiesen Asis da hinten im Fort entführt und gefangen genommen und jetzt wollten er und seine Kumpels da gerne mordend und brandschatzend einfallen. Leider sei das Tor zu, ob ich nicht vielleicht…?

Naja, ich hatte eh‘ nichts Besseres vor, also nichts wie rein. Drinnen: Übermacht. Nun hätte ich ja das Übliche tun und alles zu Kleinholz verarbeiten können, aber mir fiel wieder ein, wie der Tüp draußen was von „Reinschleichen“ gefaselt hatte. Beim Blättern durch die inzwischen sehr lange Liste aller gelernten Zaubersprüche fiel mir auf, dass ich Unsichtbarkeit und Lautlosigkeit beherrsche, ich kann mich also völlig unsichtbar und dabei geräuschlos durch die Gegend bewegen. Das wollte ich mal ausprobieren und siehe da: es geht. Ich konnte mich durch die gesamte Räuberburg schleichen ohne ein einziges Mal entdeckt zu werden. Und dabei fiel mir zum ersten Mal auf, was ich mit meiner Haudrauf-Taktik bisher so alles verpasst hatte. Manche der Sprüche, die die Tüpen sich gegenseitig an den Kopf knallen, sind einfach zu schön. Beispiel? Beispiel:

Sie: murmelt irgendwas Unverständliches

Ich: schleich‘ mich näher ran

Er: „…sagt ausgerechnet eine, die einen Atem wie ein Draugr hat“

Ich: :lol:

Oops! Lautes Lachen war vielleicht keine so gute Idee. Ich bin plötzlich sichtbar und stehe zwei schechtgelaunten Bandit|inn|en gegenüber. Schockschwerenot. Zum Glück brachte mir vor langer, langer Zeit jemand den Zauber Beschwichtigen bei und so kann ich ihre Mütchen kühlen, mich um die nächste Ecke stehlen und wieder unsichtbar werden. Puh! Das ging grad‘ noch mal gut . Moment mal! Habe ich da gerade Unsichtbarkeit und Beschwichtigen kombiniert? Ha! Hahahaa! Ich bin Pazifist auf ganzer Linie! Jippieh!

Das war ein echtes Aha-Erlebnis und von da an wurde ich dreister. Ich hatte die ganze Drachentöter-Questline mal wieder vor mir hergeschoben, weil ich diese Hauptquest eher Panne finde. All das heroische Drachenmetzel ist mir einfch zu langweilig. Jetzt war ich allerdings so weit dass ich mal austesten wollte, ob und wenn ja wie ich pazifistisch durch Skoldafn komme. Ich bin also nach Whiterun gelatscht (erwähnte ich bereits, dass ich mich zur Zeit ohne Schnellreisen und ohne Pferd durch die Welt bewege?), habe den dort festgesetzten Drachen Odahviing befreit und mich von ihm nach Skoldafn fliegen lassen. Und jep, auch da konnte ich unsichtbar und unentdeckt an all den fiesen Möps vorbeilatschen :grins: Das war ein völlig anderes Erlebnis als beim ersten Mal, wo ich mir endlose Schlachten mit allen Tempelbewohnern geliefert hatte.

Ein wenig tricky wurde die Angelegenheit, als ich das Säulenrätsel in Skuldafn lösen musste. Wenn man nämlich mit der Welt interagiert wird man sofort sichtbar. Stell dir vor, du stehst unsichtbar in einer Grabkammer, um dich herum 3-6 lebende Tote und auf einmal macht es *poof* und alle Wiederkehrer richten ihre toten Augen auf dich. Dank Beschwichtigen ist das aber kein Problem und bis der Beschwichtigungszauber nachlässt, bist du längst wieder unsichtbar und die Hirnis haben dich vergessen. Das Kurzzeitgedächtnis von Untoten ist zum Glück nicht das beste.

Leider ist es trotzdem nicht möglich, alle Ziele zu erreichen ohne Tüpen auf die brutale Tour vom Leben (bzw. Untodsein) zum endgültigen Tode zu befördern. Wenn du dir beispielsweise zum Ziel gesetzt hast, alle Drachenpriestermasken zu sammeln, dann musst du Nahkriin killen, weil du ihm die Maske nicht per Taschendiebstahl abluchsen kannst. Den Zauberstab übrigens auch nicht und den brauchst du, um anschließend überhaupt nach Sovngarde zu kommen, ne? Questen ohne killen geht in der Drachenquest auf jeden Fall nicht, spätestens die Drachen müssen zwangsweise gekillt werden (was mir bis heute nicht einleuchten will so von wegen Dragonborn und so aber egal).

Wie dem auch sei. Die Sovngarde-Quest habe ich dann zähneknirschend durchgedaddelt (auf mich wirkt die immer noch total hingeklatscht und verkrampft, als hätte da jemand eben noch schnell vor dem erklärten Abgabetermin was zusammenzimmern müssen), aber danach fiel ich nicht in so eine „Und was jetzt?!“-Depression wie beim ersten Mal. Ich wusste ja schon, dass das Spiel einfach irgendwie weiter geht und jetzt mache ich eben mal im sneaky Unsichtbarkeitsmodus weiter.

tl;dr: auch nach hunderten Stunden verliert Skyrim bei mir nicht seine Faszination. Es gibt immer noch was zu entdecken. Und dabei lasse ich immer noch die Dark-Brotherhood- und Companions-Storylines komplett aus. Ich freu mich jetzt schon drauf, nochmal in Markarth in den Knast geworfen zu werden. Mal schauen, wie ich da diesmal durchkomme.

Die Tamriel-Tagebücher: Teil 2 | Teil 1

* Tüp immer mit ü.

4 Gedanken zu „Die Tamriel Tagebücher 3 – Peace on earth

  1. Wie geil das du die Spells JETZT endeckst. In meinem ersten Rundgang war ich Dieb, und auch ein freundlicher, der Spielstyle und die Quest lassen einen danach „ganz anders in Skyrim ankommen“. Nach dem Slayer-Orc habe ich nun die elfische Mitte gefunden ;)

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