Die Tamriel-Tagebücher, Teil 2: Ein bisschen Frieden

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Liebes Tagebuch,

neulich hatte ich die Schnauze voll davon, immer alles und jeden umzunieten, der mir begegnet. Leider ist mir die Welt arg böse gesonnen, so dass ich ja ständig in Kampfhandlungen verwickelt werde. Aber das muss auch anders gehen. Ich versuch’s jetzt mal auf die friedliche Tour, zumindest da wo es geht. Dazu muss man bekanntlich hauptsächlich Illusionszauber beherrschen. Das Wiki meines Vertrauens verriet mir, dass die beste Illusionstrainerin Atub in Largashbur ist. Orks, hm? Na gut, warum nicht. Ich also da hin gedackelt um Illusion zu lernen.

Pustekuchen. Kaum angekommen, läuft da ein wildgewordener Riese Amok. Ich vergaß also nochmal schnell meinen guten Vorsatz und knallte dem Riesen ein paar Feuerbälle vor den Latz, dass ihm Hören und Sehen verging. Danach quatschte mich Atub von alleine an, allerdings nicht, um mir für die Rettung ihres Dorfs zu danken, sondern um mir wieder die Story vom Pferd zu erzählen. Diesmal von wegen ein Fluch liegt auf dem Dorf und sie braucht ein Daedra Herz und Trollfett und hastenichgesehn. Hm. Ein Daedra-Herz gibt’s zu kaufen, Trollfett auch, dafür brauche ich schon mal niemand plätten. Prima, geht ja gut los.

Also alles besorgt und zurück zu Atub. Ich wollte ja eigentlich was von ihr lernen. Aber wieder nix. Jetzt sollte ich erst noch einem Ritual beiwohnen, in dessen Verlauf ein ziemlich bescheuerter Dämon dem Clanchef aufträgt, irgend einen Riesen zu vermöbeln. Und der Typ besteht auch noch drauf, dass ich mitkomme! Maaaann Leute, könnt ihr eure Probleme nicht mal alleine lösen? Kaum in der Höhle angekommen, gibt’s wieder nur Bambule. Verdammte Riesen. Soviel zu meinen Plan, mal friedlich zu sein. Also gut. Alle platt gemacht, den letzten Riesen habe ich aber dem Orkchef überlassen. War ja seine Aufgabe, ne? Und was macht der Spack anschließend? Haut mir seine Axt in die Rübe! Na, vielen Dank auch. Du hast es so gewollt, Asi. ZACK! BUM! Orkchef tot.

Ja, sorry, aber ich meine hey, das war Selbstverteidigung, oder? Jetzt aber. Zurück zu Atub und endlich! Endlich bringt sie mir was über Illusion bei. Ich also voller Enthusiasmus und Frieden im Herzen raus aus dem stinkenden Orkdorf und ab in die Wallachei. Da! Ein Wolf! Er springt mich an und ZACK! Lammfromm! Hahahha! Cool. Ich bin daraufhin eine Stunde rumgelatscht und habe alles beruhigt, was mir begegnet ist.

Irgendwann traf ich auf eine Frostspinne, die ich natürlich auch gleich mit einem Beruhigungszauber behandelt habe. Daraufhin dreht sie sich um und latscht weg. Ich also hinterher und immer, wenn sie wieder aggro wurde, habe ich sie mit einem Befriedungszauber ruhig gestellt. Die latschte dann bis an einen super hübschen See, wo sie offenbar zu Hause war. Da habe ich mich dann hingestellt und sie bestimmt 20 Minuten lang immer wieder ruhig gestellt, dabei kräftig gelevelt und mich über das friedliche Leben gefreut. Auf einmal fängt es hinter mir an zu schreien »WEG VON MIR! LASS MICH IN RUHE« und schon bricht Frodnar, dieser kleine Rotzlöffel, durchs Gestrüpp, verfolgt von einem verdammten Troll! Ich also den Troll ruhig gestellt und muss mir dann von Frodnar auch noch dumme Sprüche anhören von wegen »mit dem wäre ich schon alleine fertig geworden« und »bist du nicht ein bisschen mickrig für einen Krieger?«. Mistgöre! Ich habe schon andere für weniger angezündet, aber gut, ich wollte ja friedlich sein.

Die Spinne habe ich irgendwann links liegen gelassen und bin einfach nur noch durch die Wallachei gestiefelt. Das habe ich auch schon lange nicht mehr gemacht. Einfach mal die Aufgaben Aufgaben sein lassen und die Gegend erkunden. Ach ja, es ist schon schön in Tamriel.

Nachtrag, etwa 5 Level weiter: Inzwischen bin ich leider ziemlich ernüchtert, was das Spielen als Pazifist angeht. Selbst wenn man die Zauber so weit hoch levelt, dass man nicht ständig die Meldung bekommt, der Gegner sei zu stark für diesen Zauber und selbst wenn man im Notfall Drachenworte wie „Kyne’s Peace“ oder „Iceform“ einsetzt, ist es unmöglich, Skyrim pazifistisch zu spielen. Die allermeisten Quests verlangen, dass der Endgegner geplättet wird. Geht nicht anders. Dazu kommt das Problem, dass man z.B. in einem Dungeon sich zwar per „Calm“ an vielen Gegnern vorbei schleichen kann, man aber dann in der Hektik oft wieder in genau diese Gegner rein rennt. Außerdem besteht das Spiel dann hauptsächlich darin, die immer gleichen Typen zu „beruhigen“, wieder und wieder und wieder. In die Flucht schlagen kann man die Leute immer nur ein paar Sekunden lang, die kommen aber immer wieder zurück und zimmern dir dann oft von hinten einen Pfeil in den Kopf. Das geht wohl auf Dauer nicht. Schade. :-(

2. Nachtrag, viel später: und es geht doch, aber wie, das verrate ich euch ein andermal.

Die Tamriel-Tagebücher: Teil 1

3 Gedanken zu „Die Tamriel-Tagebücher, Teil 2: Ein bisschen Frieden

  1. Ein Himmelsrand-Hippie-Versuch! I like. Und: Ich bin ja sowas von auf deine Auflösung gespannt.
    „Calm Spell“ ist aber nicht der „Fliehe aus dem Kampf“-Spell, ne?

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